Reebsorten

Primitivo

Die Rebsorte Primitivo wird überwiegend an sonnenverwöhnten Weinbergen in Süditalien angebaut, und das in manchen Gebieten schon seit 250 Jahren.                          In der Gegend ist sie eine der wichtigsten Rotweinsorten.

Das wohl bekannteste Anbaugebiet ist Manduria in Apulien, aus dem Spitzenweine unter dem DOC-Siegel Primitivo di Manduria“ kommen. Hervorragende Weine     findet man auch unter der IGT (Qualitätskennung ähnlich des deutschen Landweines) „Primitivo di Puglia“. Es gibt aber auch Massenweine, die aus der Primitivo-Traube gekeltert werden. Qualitativ hochwertig Primitivo-Rotweine erinnern im Aroma meist an Zimt, Nelken, schwarzen Pfeffer und dunkle Waldfrüchte, sind kraftvoll und von tiefroter Farbe, entbehren dabei aber nicht einer gewissen Feinheit. Ihr Alkoholgehalt ist mit 13 bis 15 Volumenprozent ziemlich hoch.

 

Primitivo und Zinfandel

 

Primitivo wird fast immer im gleichen Atemzug mit Zinfandel genannt, einer vor allem in Kalifornien beheimateten Rebsorte. Denn dabei handelt es sich um ein und dieselbe Rebsorte. Vermutet wurde die enge Verwandtschaft schon seit geraumer Zeit, lange gab es dafür jedoch keinen Beweis. Erst Ende der 1990er-Jahre stellten Wissenschaftler anhand der DNA-Struktur fest, dass italienischer Primitivo und amerikanischer Zinfandel gemeinsame Vorfahren haben. Experten sehen den Ursprung   in der alten, kroatischen Sorte Crljenak. Aufgrund der engen Beziehung der beiden Rebsorten bieten manche Winzer aus Italien ihren ehemaligen Primitivo unter der bekannteren und populäreren Bezeichnung Zinfandel an.

 

Würzig und kräftig

 

Der Name Primitivo leitet sich nicht von „primitiv“ ab, sondern vermutlich von dem lateinischen „primativus“ oder von dem italienischen „prima“. Beides deutet auf ein besonderes Wesensmerkmal der Rebsorte hin: Die Trauben des Primitivo reifen früh im Jahr. Allerdings weisen sie auch einen ungleichen Reifeverlauf auf, sodass eine Traube sowohl voll ausgereifte als auch grüne Beeren enthalten kann. Das erfordert eine aufwändige Nachlese von Hand. Dann jedoch können daraus elegante, fruchtige und vollmundige Weine mit weichen Gerbstoffen entstehen, die sich am Gaumen warm und weich ausbreiten.

Negroamaro

Negroamaro ist eine Rebsorte aus Süditalien, genauer gesagt aus Apulien, das sich im italienischen Stiefelabsatz befindet. Der Weinstock wird vor allem im Süden der Region in den Provinzen Brindisi, Lecce, Bari und Taranto angebaut. Negroamaro gilt als autochthone Rebsorte, was bedeutet, dass die Rebe ihren Ursprung  dort hat, wo der Weinstock auch heute noch wächst. Vermutlich haben die Griechen die Sorte Negroamaro  bereits vor mehreren tausend Jahren nach Süditalien mitgebracht. Bislang konnte dies aber durch genetische Untersuchungen nicht belegt werden: Man fand keine griechische Rebsorte, die mit Negroamaro verwandt ist.

 

So wie ihre genaue Herkunft im Dunkeln liegt, so unsicher ist auch, woher der Name der Rebsorte stammt. Entsprechend gibt es auch hierfür verschiedene Erklärungen. Die meisten Weinkenner vertreten die Ansicht, der Name sei eine Zusammensetzung aus dem italienischen „nero“ für „schwarz“ und „amaro“ für „bitter“.                       Bitter schmeckt Negroamaro-Wein zwar nicht, aber man attestiert ihm durchaus eine gewisse Note von leicht bitteren Mandeln oder Zartbitterschokolade. „Amaro“ kann aber auch als ein Hinweis auf den hohen Tanningehalt des Negroamaro gesehen werden, wodurch die Rotweine ein großes Lagerungspotenzial besitzen.               Obwohl sehr tanninreich, sind die Rotweine aus Negroamaro-Trauben eher weich.

 

Im Glas präsentieren sich sortenrein ausgebaute Negroamaro-Rotweine dunkel, fast schwarz. In der Regel sind sie trocken und alkoholreich. Ihr Bouquet ist geprägt von einem reichhaltigen Fruchtpotpourri, das an schwarze Johannisbeere und Sauerkirsche erinnert. Am Gaumen verbreitet der Wein eine Anspielung an schwarze Oliven, wodurch er gut zu kräftig gewürzten Gerichten oder Käse passt. Trotz ihres Alters war die Rebsorte Negroamaro früher eher weniger bekannt. Sie erhält erst in der letzten Zeit vermehrt Beachtung, was wohl daran liegt, dass zunehmend auch sortenreine oder fast sortenreine hochwertige Negroamaro-Weine erhältlich sind.

Früher versorgten Negroamaro-Weine durch ihre tiefdunkle Farbe vor allem Weine aus den nördlicheren Gefilden Italiens mit einem kräftigeren Ton.

Als Verschnittpartner findet man Negroamaro auch heute noch oft in dem einen oder anderen edlen Cuveè

 

Sangiovese

Die Sangiovese-Rebe, oder auch Brunello genannt, gilt als wichtigste Rebsorte Italiens.

 

Mit 100.000 Hektar Weinstock ist sie zudem die meist angebaute rote Rebsorte des Landes. Dabei wird dem Sangiovese-Wein ein Potenzial vom einfachen Tischwein  bis hin zu international gefeierten Flaschen zugesprochen.

 

Die Sorte ist Grundlage für den bekannten Rotwein Chianti, der aus mindestens 80 % Sangiovese-Trauben bestehen muss. Es sind aber auch reinsortige Chiantis zu finden. Weitere Verwendung findet die Rebe auch in dem renommierten Wein Brunello di Montalcino. Sowohl für Kenner als auch für Laien ein toller Wein.

 

Gerade der Chianti gilt mittlerweile als Vorzeigewein für die Toskana,  wo die Sangiovese-Traube hauptsächlich angebaut wird. Doch dank vielen italienischen Auswanderern ist die Rebe heute weltweit vertreten. Die Sorte ist jedoch sehr wetteranfällig. Nur in guter Lage kann ein würziger Wein mit feiner Säure und Aromen     von Beere, Kirsche und Blumen wachsen. Doch dann sind die Weine jeden Genuss wert.

 

Der Sangiovese kann herrlich kräftige Weine mit einer leichten Pflaumennote hervorbringen. Generell zeichnet sich die Sorte durch einen hohen Säure- und Tanningehalt sowie einem hellen Rot aus. Weine aus der Sangiovese-Traube begeistern mit einem fruchtigen Geschmack nach Brombeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren und Preiselbeeren. Doch auch würzige Aromen wie Leder, Tabak, Nelken oder Lakritze sind in diesem Wein angesiedelt.

Der Duft junger Sangiovese-Weine erinnert oftmals an Veilchen. Da die Sorte zur Mutation neigt, lassen sich noch weitere Varianten finden. Einige zugelassene Ableger der Rebsorte, wie der Sangiovese Grosso, bringen einen Sauerkirsch-Geschmack und einen Hauch von Schokolade und Vanille mit.                               

Die Aromenvielfalt des Sangiovese spricht damit sehr viele unterschiedliche Weinliebhaber an.

 

Unsere Winzer Fuligni, Cantagallo und Le Fernete bieten Brunello und Chianti in höchster Qualität, Val Di Toro produziert einen der Besten Rose

Nebbiolo

Der Nebbiolo gehört zu den edelsten roten Rebsorten Italiens. Beheimatet ist er vorwiegend im norditalienischen Piemont, aber auch in der Lombardei sind Weinberge   mit der Nebbiolo-Rebe bestockt.

Nebbiolo kann mit einigen Superlativen punkten: So werden aus ihm die meisten DOCG-Weine erzeugt.      

Außerdem erbringt die Sorte die am langsamsten reifenden Weine der Welt, wodurch die edlen Tropfen sehr lange haltbar sind. Im Piemont ist der Nebbiolo die älteste, heute noch angebaute Sorte. Bereits im 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts wurde sie mehrmals in Schriftstücken erwähnt. Schon damals genoss ein Wein aus den Trauben des  Nebbiolo hohes Ansehen. Vermutlich wurde die Rebsorte aber bereits seit der Antike in Italien angebaut.

Höchste Nebbiolo-Qualität kann nur an steilen, nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Lagen mit kalkhaltigen Mergelböden wachsen.                                                   Daher findet man die anspruchsvollen Rebstöcke auch fast ausschließlich in Norditalien. Der Name Nebbiolo leitet sich wahrscheinlich vom italienischen Wort für       Nebel „nebbia“ ab. Dafür gibt es mehrere Erklärungen: Zur Lesezeit Mitte bis Ende Oktober zieht in den Hügeln des Piemont häufig Nebel von den Flussniederungen auf. Andere sehen in dem weißen Belag, der sich bei Vollreife auf den Beeren bildet, den Ursprung für die Bezeichnung der Rebsorte.

Charakteristisch für Nebbiolo-Weine ist ihr aromatisches Bouquet, das sich allerdings erst im Alter nach jahrelanger Lagerung in seiner vollen Schönheit zeigt.             Jung verkostet können Nebbiolo-Weine streng schmecken. Die gute Lagerfähigkeit ist unter anderem auf den hohen Tannin- und Säuregehalt der Nebbiolo-Trauben zurückzuführen. Berühmte Weine, die sortenrein aus Nebbiolo gekeltert werden, sind der Barolo und der Barbaresco, beide tiefgründige und charaktervolle Weine,        die mit bis zu 15 % Alkohol sehr schwer sind. Als typische Aromen von ausgereiften Nebbiolo-Weinen werden Rosen- und Veilchenduft, vermengt mit Anklängen von Trüffel, Teer, Tabak oder Bitterschokolade beschrieben.

Barbera

Der Barbera ist eine wohl ursprünglich aus dem norditalienischen Piemont stammende rote Rebsorte.                                                                                                     Zumindest gibt es schriftliche Zeugnisse aus dem 13. Jahrhundert, die eine Rebe namens „Barbexinis“ rund um den Weinort Monferrato im Herzen des Piemonts verorten. Heute wird die robuste und ertragreiche Rebe in ganz Italien und in vielen weiteren Ländern guay angebaut. Früher hatte Barbera den Ruf, eine Sorte zweiter Klasse zu sein, denn man kelterte vor allem einfache und billige Tafelweine aus den Beeren. Erst durch das Aufkommen neuer, zu Spitzenprodukten ausgebauter Barbera-Rotweine wurde der Rebsorte in den 1980er Jahren wieder mehr Aufmerksamkeit unter Weinliebhabern zuteil. Insbesondere in ihrem Ursprungsgebiet im Piemont, in dem ein großer Teil der Weinanbaufläche mit Barbera bestockt ist, legen die Winzer heute wieder Wert auf die Qualität ihrer Barbera-Weine und nutzen das Potenzial der Rebsorte für das Herstellen besonders edler Tropfen. Derzeit gilt Barbera nach den Rebsorten Sangiovese und Montepulciano als drittwichtigste Rebsorte Italiens.

Die bekanntesten Barbera-Weine im Piemont sind der Barbera d’Alba, der Barbera d’Asti und der Barbera del Monferrato. Diese hochwertigen Weine werden sortenrein ausgebaut. Außerhalb des Piemonts wird Barbera meist mit anderen Rebsorten verschnitten. Typisch für Wein aus Barbera-Beeren ist seine knackige, natürliche Säure bei einem relativ geringen Tanningehalt. Trotz der geringen Gerbstoffe wirkt gelungener Barbera-Rotwein weder flach noch eintönig, was er wiederum seiner kräftigen Säure zu verdanken hat.

Rubinrot im Glas zeichnet sich reiner Barbera-Wein durch seinen fruchtigen Geschmack aus. Im Aroma erinnern viele Weine an Wildkirsche oder Pflaumen, manche  auch an Veilchen oder Vanille. Voll gelungene Barbera-Weine aus ausgereiften Beeren wecken Assoziationen an Süßkirschen, den  bekannten Piemont-Kirschen,  gepaart mit einem Schuss von Aromen aus feuchter Erde. Barbera-Wein wird auch im Barriquefass ausgebaut, was ihm eine gewisse Weichheit und Fülle verleiht.

Aglianico

Die alte Rebsorte Aglianico gilt als die wohl beste Rotweinsorte Süditaliens.

 

Vermutlich brachten sie die Griechen vor rund 2.500 Jahren unter dem Namen Vitis Hellenica, lateinisch für „Griechischer Wein“, nach Italien, wo sie sich schnell ausbreitete.

Sie gedeiht besonders gut auf vulkanischem Boden. So finden sich auch heute noch die größten Anbaugebiete in Kampanien und der Basilikata im Süden Italiens, wo Aglianico vor allem im Bereich des erloschenen Vulkans Monte Vulture angebaut wird (Aglianico del Vulture).

 

Aglianico treibt früh aus und reift spät. So kann er während seiner langen Reifezeit jede Menge Aromen aus der Umgebung anreichern. Typisch für Wein aus Aglianico sind sein hoher Tanningehalt und die ausgeprägte Säure. Dadurch lässt sich der Wein lange lagern: Erst mit einiger Zeit entfaltet er sein volles Aroma, weshalb man ihn nicht unbedingt jung verkosten sollte.

 

Der Rotwein aus den Beeren des Aglianico ist körperreich, gehaltvoll und würzig. Gereifte Tropfen verbreiten ein Bouquet von Pflaume, Schokolade und dunklen Beeren wie schwarze Johannisbeere, Schattenmorellen und Cranberries.

 

Im Glas präsentiert sich der Wein rubinrot bis tiefdunkel-violett. Am Gaumen spürt man die kräftigen Gerbstoffe, ein einzigartiges Geschmacksprofil mit einem langen, intensiven Abgang.

 

Aglianico-Weine sind daher vor allem bei Weinliebhabern beliebt, die das Besondere suchen.

Chardonnay

Wer genießt an warmen Tagen nicht gerne ein erfrischendes Glas Weißwein?

Ein Chardonnay ist hierfür perfekt geeignet. Diese Rebe  zählt ebenso wie Riesling zu den hochwertigen Sorten und bringt hervorragend Weine hervor. Die Trauben sind besonders beliebt für ihre Wandlungsfähigkeit, da sie die Eigenschaften des Bodens wiedergeben und  damit sehr vielfältige Weine hervorbringen.

Der klassische Chardonnay-Wein stammt aus traditionell aus Burgund, aber auch Chablis, die Champagne und Languedoc tragen einen großen Anteil zum Anbau dieses Weißweines bei. Trotz der hohen Ansprüche dieser Sorte an den Anbauort, hat die zunehmende Beliebtheit der Chardonnay-Traube dafür gesorgt, dass sie nun weltweit vertreten ist. Global werden 175.000 Hektar Land damit bestellt. Auch Italien, Moldawien und Deutschland bauen zu kleinen Teilen die beliebte Rebe an. Die meist trockenen Chardonnays spiegeln dabei die Vielfalt der Anbaugebiete wider. So können Sie die ganze Breite besonderer Weißweine erkunden.

Chardonnay wird häufig reinsortig verarbeitet und auch so angeboten. Die frischen Aromen von Zitrus, Apfel und Melone bieten Ihnen eine tolle Frische für jeden Anlass.

 

Der typische Geschmack dieser Sorte ist ein wenig rauchig und mit einem Hauch Walnuss versetzt.                                                                    Mit der richtigen Reifung im Eichenfass kann dieser Weißwein noch Noten von Butter, Haselnuss und Vanille erhalten, die von Kennern so geschätzt werden.

 

Nachdem der Wein in den letzten Jahrzehnten oft mit starken Holzeinsatz verarbeitet wurde, geht der Trend zunehmend zu harmonischeren und milderen Chardonnays. Tatsächlich haben aber die meisten von ihnen einen relativ hohen Alkoholgehalt von            mind. 13 %. Je nach Anbaugebiet finden Sie frische-leichte bis exotisch aromatische Chardonnay-Weine, die stets einen Genuss versprechen.

 

Ob zu Fisch, Huhn oder solo – ein Chardonnay eignet sich für jeden Anlass.

Pino Noir

Pinot Noir bzw. Spätburgunder gilt als eine der edelsten Rotweinsorten der Welt.

Auch für Champagner wird Pinot Noir als ein Bestandteil verwendet. Im Wein tritt Pinot Noir aber fast immer sortenrein auf. Obwohl der Pinot Noir im Anbau als     schwierig gilt – der Rebstock ist anfällig für Krankheiten   und die Traubenhäute sind dünn – ist die Sorte beliebt, was vor allem an der geschmacklichen Qualität           und dem verschwenderisch reichen Duft des daraus gekelterten Weines liegt.

Der Pinot Noir ist vermutlich eine der ältesten noch im Anbau stehenden Rebsorten der Welt. Denn bereits vor mehr als 2000 Jahren zu Zeiten der römischen Herrschaft über Gallien züchteten ihn Weinbauern im heutigen Burgund aus einer Wildrebe heraus und bauten ihn an. Die Trauben des Pinot Noir weisen dicht hängende Beeren  auf und ähneln einem großen Kiefernzapfen. Da „pin“ die französische Bezeichnung für Kiefer ist, geht man davon aus, dass daher auch der Name der Rebsorte rührt. Auf kalkhaltigen Böden gedeiht der Pinot Noir am besten. Die Rebe ist aber in der ganzen Welt verbreitet.

Gelungene aus der Rebsorte Pinot Noir oder Spätburgunder gekelterte Rotweine haben eine intensive, leuchtend rubinrote Farbe, sind aber nicht so dunkel wie               z. B. Cabernet Sauvignon. Charakteristisch ist ihr reiches Bouquet, das meist mit frischen Erdbeeren, Waldbeeren, Kirschen oder Pflaumen assoziiert wird.                  Auch Gewürze und Kräuter sowie bei reifen Weinen Pilze oder Leder steigen dem Weinkenner mitunter in die Nase.                                                                                       Der Geschmack steht dem Duft bei Spitzenweinen in nichts nach: aromatisch-fruchtig und vollmundig..

Glera

Glera ist eine weiße Rebsorte mit der Heimat im Nordosten Italiens. Aus ihr wird der berühmte Prosecco hergestellt.                                                                                       Bis 1. Januar 2010 hieß die Weißweinsorte ebenfalls Prosecco wie das Anbaugebiet in der Provinz Treviso. Seitdem jedoch firmiert sie unter dem Namen Glera – aus gutem Grund, schob der Gesetzgeber so doch den überhandnehmenden Prosecco-Plagiaten einen Riegel vor.

Heute ist dies eindeutig geregelt: Der Name der Rebsorte ist Glera und der des neu geschaffenen DOC-Weingebiets Prosecco.                                                               Das heißt, Prosecco dürfen nun nur noch Weine aus der ursprungsgeschützten Region in Venetien heißen, die mindestens zu 85 % aus Glera bestehen.                           Das Kerngebiet des Prosecco Conegliano-Valdobbiadene stufte man zum DOCG auf. Damit löste man das Problem des zunehmenden Missbrauchs der Bezeichnung Prosecco. Denn weil auch die Rebsorte so hieß, konnten auch Weine aus anderen Gebieten, die aus der Traube gewonnen wurden, die Bezeichnung Prosecco auf      dem Etikett tragen. So gelangten große Mengen billigsten Schaumweins als Prosecco in die Verkaufsregale vornehmlich deutscher Supermärkte. Heute jedoch steht Prosecco für qualitätsgeschützten Schaum- und Perlwein, also Spumante und Frizzante, aus der gleichnamigen Anbauregion. Auch Stillwein wird aus Glera hergestellt. Dieser wird jedoch überwiegend in Italien verkauft. Übrigens ist inzwischen auch Prosecco in Dosen verboten: Prosecco darf nur noch in weißen und grünen Flaschen abgefüllt werden.

Die Rebsorte Glera ist schon seit der Antike in Italien heimisch. Sie ist also eine autochthone Sorte, wie der Experte sagt. Ihre Eigenschaft, säurebetonte Weine zu ergeben, prädestiniert sie geradezu für die Schaumweinproduktion. Die Glera gibt den Schaum- und Perlweinen Struktur und Frucht. Der Geschmack des Glera-Weins   ist feinfruchtig mit Noten von Apfel, Birne und Pfirsich sowie manchmal nussig mit einem leicht bitteren Nachklang. Meist wird Prosecco trocken ausgebaut, es gibt ihn aber auch in halbsüßen oder süßen Varianten. Mit dem italienischen „secco“ für „trocken“ hat der Name nichts zu tun. Die Weinwelt geht davon aus, dass der Prosecco seinen Namen einem zur Gemeinde Triest gehörenden Dorf Prosseck verdankt, das heute weit außerhalb des Anbaugebiets liegt.

 

Unser Winzer Althea bietet zwei Spitzenprosecco an,  die im Jahre 2018 in Frankreich den ersten Platz belegten.

Cabernet Sauvignon

Ob bewusst oder unbewusst: Wohl jeder Weinfreund hat schon einen Cabernet Sauvignon getrunken. Die rote Rebsorte wird praktisch überall auf der Welt angebaut   und dies wäre nicht der Fall, wenn daraus nicht besonders gute Weine entstünden. Ob reinsortig oder als Bestandteil eines Cuveè – Cabernet Sauvignon ist in aller Munde. Cabernet Sauvignon ist nicht nur eine sehr populäre Rebsorte, sondern auch eine recht alte: Bereits 1635 wird der Cabernet Sauvignon urkundlich erwähnt und man geht davon aus, dass er aus einer Kreuzung der roten Rebsorte Cabernet Franc mit dem weißen Sauvignon Blanc Sauvignon entsteht.

 

Cabernet Sauvignon Trauben reifen vergleichsweise spät, und sie besitzen viele Kerne, besonders dunkle Farbstoffe und einen hohen Tanningehalt. Daher verfügen die Weine häufig über eine tiefdunkle Farbe und eine massive Struktur – beste Voraussetzungen für den Ausbau in kleinen Holzfässern. Und dieser Holzreife verdankt sich wiederum die hervorragende Alterungsfähigkeit von gut gemachten Cabernet Sauvignon Weinen.

 

Das wohl typischste Fruchtaroma eines Cabernet Sauvignon erinnert stark an schwarze Johannisbeeren und Cassis. Aber auch Brombeeren und Schwarzkirschen  lassen sich in den Weinen erriechen und erschmecken. Dabei gilt die Faustformel: Je reifer die Trauben geerntet wird, desto intensiver sind im Wein die Beerenaromen wahrzunehmen.

 

Ein weiteres Aroma, das man klassischerweise einem Cabernet Sauvignon zuordnet, ist das von grüner Paprika. Der Eindruck von Lakritze und „Zigarrenkiste“ kommt häufig hinzu, allerdings als typische Ausprägung der Reifezeit im Holzfass.

 

Weltweit wird auf fast 300.000 Hektar Cabernet Sauvignon angebaut. Was dabei die meisten Weinfreunde wissen dürften: Die Rebsorte hat im prestigeträchtigen Bordeaux-Gebiet einen hohen Stellenwert und ist nach dem Merlot die meist angebaute Rebsorte der Region. 

 

Noch ein Wort zum Thema Essensbegleitung: Als vergleichsweise kräftiger Wein eignet sich Cabernet Sauvignon hervorragend zu gebratenem oder gegrilltem, rotem Fleisch – allen voran Rind oder Lamm. Dabei darf es auch mit den Saucen etwas intensiver zugehen. Und bei Cabernets mit dominanter Tanninstruktur hilft ein guter Käse die Gerbstoffe etwas „abzuschmirgeln“.

Verdicchio

Verdicchio ist eine weiße Rebsorte, die aus Italien stammt und dort auch heute noch angebaut wird. Ihre Ursprünge liegen weit zurück. Bereits bei den Etruskern war Verdicchio bekannt. Eine überlieferte Legende erzählt, der Westgotenkönig Alarich I. soll seinem Heer im Jahr 410 zur Stärkung vor der Eroberung Roms Verdicchio-Wein gegeben haben. Erste urkundliche Nachweise für den Anbau der Rebsorte in der mittelitalienischen Region Marken stammen aus dem 14. Jahrhundert. Außer in Marken wird Verdicchio  heute noch in Umbrien, den Abruzzen und auf der Insel Sardinien angebaut.

Weinforscher gehen davon aus, dass Verdicchio ein Abkömmling der italienischen Rebsortenfamilie Greco-Trebbiano ist. Die besten Weißweine aus Verdicchio-Trauben kommen aus den Marken. In den DOC-Weinen Verdicchio dei Castelli di Jesi und Verdicchio di Matelica finden sich fast ausschließlich Trauben der                           Verdicchio-Rebe. Von beiden Weinsorten keltern die Winzer in den Marken trocken ausgebaute Qualitätsweine und Spumante-Varianten.

 

Verdicchio-Weißwein besitzt in der Regel eine kräftige Säure und ein Bouquet, das an Apfel, Birne und Pfirsich erinnert, manchmal auch gepaart mit Aromen von getrocknetem Heu. Gute Qualitäten sind vollmundig im Geschmack und hinterlassen eine nussige bzw. mandelartige Note am Gaumen. Im Glas präsentiert sich der italienische Weißweinklassiker aus Verdicchio-Trauben in der Regel in einem intensiven Gelb. Gut schmeckt der Wein aus Verdicchio zu italienischen Küchenklassikern wie Pasta mit Fisch oder Meeresfrüchten, Geflügel und Gemüse. Aber auch als Solist kann sich ein Verdicchio durchaus behaupten.

Vermentino

Die weiße Rebsorte Vermentino ist vor allem in den Weinbergen an den Küsten des Mittelmeerraums zu Hause. Insbesondere auf den Inseln Sardinien und Korsika kultivieren sie Winzer schon lange erfolgreich. Aber auch in der Toskana, in Ligurien und im Piemont sowie im südfranzösischen Languedoc findet sich die Vermentino-Rebe. In der Provence ist sie Weinfreunden unter dem Namen Rolle bekannt, auf Korsika als Malvoisie de Corse. Meist bringen die Rebstöcke des Vermentino trocken ausgebaute Weißweine mit einem intensiven Geschmack hervor, von denen einige in letzter Zeit immer mehr an Beachtung durch die Weinwelt erfahren.

Gesicherte Belege für die Herkunft der Vermentino-Rebe gibt es keine. Wahrscheinlich ist, dass sie von Madeira aus den Weg über Spanien nach Korsika und Italien fand. In Ligurien wird sie seit dem 14. Jahrhundert angebaut. Ihr korsischer Name Malvoisie de Corse deutet auf eine Verwandtschaft mit der Rebsortenfamilie Malvasia hin. Aber auch das ist bis heute genauso wenig nachgewiesen wie die Verwandtschaft der Sorte Vermentino mit der im Piemont angesiedelten Favorita-Rebe, die einige Weinprofis vermuten. Neben dem Weißwein Vermentino existiert noch eine rote Variante, die Vermentino Nero, der aber im Vergleich zur weißen Rebsorte wenig Bedeutung zukommt.

Vermentino-Weine sind typischerweise vollmundige Weißweine mit einer frischen Säure, die meist strohgelb   im Glas schimmern und deren fruchtiges Bouquet Apfelaromen beherrschen. Aber auch Kräuternoten und Anklänge von tropischen Früchten wie Ananas werden dem Duft des Vermentino häufig zugeschrieben.          Zum intensiven fruchtigen Geschmackserlebnis gehört bei diesem besonderen Wein auch ein dezent bitterer und mineralischer Unterton, der ihm Struktur und Länge verleiht. Vermentino gilt unter Weinkennern als eine der anspruchsvollsten und charakterstärksten mediterranen Weißweinsorten. Es gibt sowohl einfache Tischweine   aus Vermentino-Trauben, aber auch anspruchsvolle Tropfen von hoher Qualität. Aufgrund seiner Komplexität passt der Vermentino zu vielen Gerichten der                       mediterranen Küche, vor allem jedoch zu Fisch.

Pinot Blanc

Der Weißburgunder ist ein toller Sommerwein und ein idealer Menübegleiter.

In Italien auch als Pinot Bianco und in Frankreich als Pinot Blanc bekannt, gehört er zu den beliebtesten Weißweinsorten Europas. Als Mutation des Grauburgunders gehört er damit ebenfalls zur großen Burgunder-Familie. Bereits seit dem 14. Jahrhundert begeistert diese Rebsorte mit seiner Vielseitigkeit und Frische. Und hier wird er immer beliebter: Vor allem in Deutschland hat sich die Anbaufläche in den letzten Jahren nahezu verdoppelt.

Der Weißburgunder liebt kräftige Böden und eine exponierte, trockene und warme Lage. Daher ist er auch in vielen europäischen Ländern weit verbreitet. Die größten Anbaugebiete sind jedoch in Deutschland und Frankreich. Ansonsten findet man die Sorte hauptsächlich in Norditalien, der Schweiz und in Österreich, Kosovo und Slowenien. So können Sie nicht nur gute regionale Spezialitäten genießen, sondern auch Weißburgunder aus den europäischen Nachbarländern erkunden.

Für ein Menü gibt es fast nichts Besseres als einen Weißburgunder zu reichen. Blass bis hellgelb im Glas leuchtend und mit einem zarten Duft nach Zitrusnoten verführt er die Nase. Das leicht nussige Aroma des Weißburgunders ist sortentypisch und wird von Kennern besonders geschätzt. Mit seinem dezenten Aroma von Ananas, Apfel, Birne und Quitte ist er ein toller Begleiter zu leichten Speisen wie Meeresfrüchten, Kalb, Fisch und Geflügel.

Die angenehm erfrischende Säure unterstützt diesen frischen Charakter des Weines. Wenn der Weißburgunder im Barrique ausgebaut wird, ist er auch eine schöne Ergänzung zu Lamm und Jungwild und löst damit den  klassischen Rotwein zum Fleisch ab.

Riesling

Der Riesling gehört zu den hochwertigsten und kulturprägendsten Weinsorten der Welt und wird von Kennern und Laien gleichermaßen geschätzt. Sein hohes Ansehen weltweit als Königin der Reben verdankt dieser Weißwein vor allem seinen lebendigen und vielfältigen Aromen. Trotz der Ausprägungen des Anbaugebiets,  die sich im Bouquet widerspiegeln, bewahrt der Riesling seinen typisch säuerlichen Geschmack. Besonders ist auch seine Langlebigkeit, die es möglich macht, den Riesling fünf bis zehn Jahre reifen zu lassen. Ein Wein wie kein anderer.

Vor allem Riesling aus Deutschland wird weltweit geschätzt, da diese Weine einen ganz eigenen Charakter mitbringen. Heute werden 20 % der Weinanbaufläche mit dieser Rebe bestellt, die nördlichen Gegenden mit steilen Hängen werden dabei bevorzugt. Nur so bekommen die Reben im späten Herbst ausreichend Sonne und Wärme für einen ausgezeichneten Geschmack.

Sehr prägnant ist die lebendige Säure im Riesling. Mit einem Aroma, das an Apfel erinnert, finden Sie hier einen frischen-eleganten Weißwein. Charakteristisch für diese Rebe ist vor allem ihre Vielfalt, da sie den Charakter des Bodens wiedergibt. Trockener Riesling, oder süßlicher Wein – in dieser Skala lassen sich hervorragend    Riesling-Weine finden. Während sich die jüngeren Weißweine vor allem durch ihre Zitrusnote auszeichnen, weicht die Säure im Reifeprozess anderen vollmundigen Aromen. Sehr gute Rieslinge bestechen vor allem mit einem Hauch von Pfirsich oder Aprikose. Die Farben dieses Weißweins reichen von Blassgelb  mit leichtem Grün bis hin zu Goldgelb. Zudem lassen sich mit der Rebsorte auch Schaum- und Süßweine herstellen, die Ihnen die ganze Vielfalt des Rieslings bieten

Grauburgunder - Pinot Grigio

Ruländer, Pinot Gris oder doch Pinot Grigio?

Die Weißwein-Rebsorte Grauburgunder mit ihren rötlich-grauen Beeren kennt man unter verschiedenen Bezeichnungen, doch immer steht sie für Weine mit attraktivem Bukett und einer Säure, die abhängig von der Reife der Trauben mal zurückhaltend, mal besonders frisch ausfällt.  .

Beim Blick auf die weiße Weinauswahl in einem Restaurant haben viele Weinfreunde das Gefühl, mit der Bestellung eines Grauburgunders keinen Fehler zu machen. Und das ist wenig erstaunlich, denn die Rebsorte lässt in der Regel sehr gefällige, fruchtbetonte und wenig säureintensive Weine entstehen – gleich ob der Wein aus Italien (grau = grigio), Frankreich (grau = gris) oder als Grauburgunder aus Deutschland stammt.

In Deutschland hat der Grauburgunder eine lange Tradition. In früheren Zeiten füllten ihn die Winzer oft unter dem Synonym Ruländer auf die Flaschen – häufig auch als edelsüßer Wein, da die Rebsorte aufgrund ihrer dicht stehenden Beeren sehr gut auf Edelfäule (Botrytis) anspricht. Der Weißweintrend geht aber schon lange  in Richtung trockener oder nur wenig restsüßer Weißweine, so dass man heutzutage auch in Deutschland vor allem trockene Grauburgunder trinkt.

Wie der Name schon sagt, stammt der Grauburgunder aus der französischen Region Burgund – wie auch der Weißburgunder (Pinot Blanc) und der Spätburgunder   (Pinot Noir). Doch gelangte die Rebsorte nicht direkt aus Frankreich nach Deutschland, sondern die Historiker vermuten, dass sie im 14. Jahrhundert mit dem Umweg über die Schweiz und Ungarn bei uns ankam. Man kann also getrost behaupten, dass es sich bei Grauburgunder um eine schon sehr lange in Deutschland kultivierte Rebsorte handelt. Und das hat sie insbesondere ihrer hohen Qualität zu verdanken und der Tatsache, dass sie sich im Weinberg vergleichsweise widerstandsfähig präsentiert.

Sicherlich ist Grauburgunder weltweit nicht so verbreitet wie beispielsweise Chardonnay, so dass ich nicht so weit gehen würde, sie als „international“ zu bezeichnen. Doch wird die Rebsorte nicht mehr nur in Mitteleuropa angebaut, sondern man findet sie mittlerweile auch beispielsweise in Australien und Neuseeland. Ebenso in Deutschland gewinnt Grauer Burgunder immer mehr an Bedeutung: Selbst, wenn er mit 6.400 Hektar Rebfläche nur sechs Prozent der deutschen Gesamtfläche belegt, ist die Tendenz klar steigend.

Die Charakteristik ist – wie bereits beschrieben – sehr stark davon abhängig, wann die Trauben geerntet werden und wie viel Reife der Winzer dem Wein „mit auf den Weg“ geben möchte. Zudem spielt eine Rolle, ob der Wein – wie meist üblich – nur im Stahltank ausgebaut wird oder – seltener der Fall – mit Holz in Kontakt kommt.

Dazu ein Beispiel: Wo besonders reife Grauburgunder mit etwas Zeit im großen Holzfass sehr intensiv nach Birnen sowie Ananas duften und nur wenig Frische ausdrücken, kann ein Wein aus etwas früher geernteten Trauben und Ausbau im Stahltank auch Noten von grünem Paprika und Zitrusfrüchten aufweisen. Letztere   Stilistik begleitet Fisch und Meeresfrüchte ganz hervorragend. Die reiferen, „fetteren“ Varianten des Grauburgunders eignen sich zwar ebenfalls als Essensbegleiter, lassen sich aber bestens auch ohne Speisen genießen.

Cabernet Franc

Die rote Rebsorte Cabernet Franc wird in der Weinwelt häufig als „kleiner Bruder“ des Cabernet Sauvignon bezeichnet. Die Bezeichnung hinkt allerdings ein wenig,    denn die sehr alte Sorte Cabernet Franc ist ein Elternteil des hoch angesehenen Cabernet Sauvignon. DNA-Analysen haben ergeben, dass der Cabernet Sauvignon    aus einer natürlichen Kreuzung des Cabernet Franc mit dem Sauvignon Blanc entstanden ist. Auch der berühmte Merlot hat den Cabernet Franc als einen Elternteil: Merlot ist aus einer Kreuzung von Cabernet Franc mit Magdeleine Noire des Charentes, einer inzwischen vermutlich ausgestorbenen Rebsorte, hervorgegangen.     Woher nun aber die Rebsorte Cabernet Franc stammt, ist ungewiss. Man vermutet ihre Abstammung von Wildreben. Sicher ist, dass sie seit Jahrhunderten im Bordeaux heimisch ist.

Cabernet Franc ist ist überall auf der Welt zuhause. Der Rebstock ist im Vergleich zum Cabernet Sauvignon wetterresistenter und daher besser für kühlere Weingegenden geeignet. Häufig dient der Wein aus Cabernet Franc als Verschnittpartner, unter anderem auch für die berühmten Bordeaux-Weine, in denen er klassisch zusammen mit Merlot und Cabernet Sauvignon eine wohl schmeckende Verbindung eingeht.

Reinsortiger Wein aus Cabernet Franc hat einen geringeren Tanningehalt als Cabernet Sauvignon, weshalb er auch früher seine Trinkreife erreicht. Außerdem ist der Wein säureärmer, fruchtiger und weicher bei einer meist helleren Farbe. Im Aroma erinnert Cabernet Franc-Wein an Himbeeren, schwarze Johannisbeeren, Erdbeeren und Veilchen, gepaart mit Noten von Paprika und grünem Pfeffer. Alles in allem sind Weine aus Cabernet Franc reichhaltig und intensiv in Duft und Geschmack.

Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc ist eine der bekanntesten weißen Rebsorten mit weltweiter Verbreitung. In ihrem Heimatland Frankreich zählt sie zu den Edelreben, den „Cepage noble“, und gilt hinter Chardonnay als die zweitwichtigste Weißweinsorte. Vor allem im Loire-Tal (in Sancerre und Pouilly-Fumé) und in der Region um Bordeaux finden sich bedeutende Anbaugebiete. Aber auch in den Weingegenden Neuseelands, Australiens, Kaliforniens und Südafrikas werden qualitativ hochwertige Weißweine aus Sauvignon Blanc gewonnen. International trägt die Rebsorte auch die Bezeichnung Fumé Blanc, die ursprünglich aus Kalifornien stammt. In Deutschland spielt die Rebsorte zwar eine untergeordnete Rolle, tritt in den letzten Jahren aber zunehmend auch hier in den  Weinanbaugebieten Pfalz, Rheinhessen und Baden ihren Siegeszug an.

Unverkennbar für den Weißwein aus Sauvignon Blanc sind seine Frische und seine knackige Säure. Kaum ein Tropfen, dessen Charakter so leicht wiederzuerkennen    ist – selbst von weniger erfahrenen Weintrinkern! Typische Duft-Aromen sind Zitrusfrüchte, schwarze Johannisbeere, Stachelbeere und frisch gemähtes Gras, aber auch Kräuter und grünes Obst, gepaart mit mineralischen Noten. Seine fruchtige Frische mit dem speziellen Aroma, das chemisch betrachtet durch den hohen Gehalt an       Pyrazin hervorgerufen wird, verschafft ihm immer mehr Anhänger in der ganzen Welt. Sauvignon Blanc ist ein Wein, der gekühlt gern zum Essen serviert wird.

Er passt zu fast allen Gerichten, besonders natürlich zu Fisch und Meeresfrüchten.

Sauvignon Blanc besitzt ein „gutes Elternhaus“: Die Sorte ist eine natürliche Kreuzung aus den Rebsorten Traminer und Chenin Blanc. Daher wohl auch ihr Name: Sprachwissenschaftler führen Sauvignon auf das französische „sauvage“, auf deutsch „wild“, zurück. Die genaue Herkunft der Rebsorte ist nicht belegt.              Erstmalige urkundliche Erwähnung findet sie Anfang des 18. Jahrhunderts im Südwesten Frankreichs, von wo aus sie sich über die Jahrhunderte in der ganzen Welt verbreitete. Bekannt bei den sortenrein und trocken ausgebauten Weißweinen aus Sauvignon Blanc sind die erfrischenden Weine von der Loire, an denen sich auch die qualitativ hochwertigen Weine aus Neuseeland orientieren. Französische Winzer verschneiden Sauvignon Blanc gern auch mit dem milderen Sémillon.                        Auch edelsüße Weine werden aus mit Edelfäule befallenem Sauvignon Blanc hergestellt.

Montepulciano

Die Rebsorte Montepulciano ist überwiegend in Mittelitalien beheimatet: In den Abruzzen, den Marken, in Umbrien und Apulien, nimmt sie rund die Hälfte der Weinberge ein. Aus der Region Abruzzen stammen einige hochwertige, aus dieser Traubenart gekelterte Weine wie der Montepulciano d’Abruzzo, der mindestens zu 70 % aus dieser Rebsorte bestehen muss. Die Trauben des Montepulciano reifen spät und brauchen viel Sonne. Die Rotweine aus ihnen sind überwiegend trocken und vergleichsweise moderat im Preis. Es gibt sie nahezu in jeder Qualitätsstufe, auch wenn Montepulciano-Weine in der Regel nicht als Spitzenweine angesehen werden.

Die Rebsorte Montepulciano hat nichts mit der gleichnamigen Stadt in der Toskana zu tun, aus der der berühmte Vino Nobile di Montepulciano stammt. Wegen der Namensgleichheit kommt es jedoch häufig zu Verwechslungen. Doch für diesen Rotwein kommen ganz andere Rebsorten zum Einsatz, nämlich vorwiegend Sangiovese im Verschnitt mit Canaiolo, Trebbiano und Malvasia Bianca Lunga. Die Rebsorte Montepulciano würde in der Toskana nicht so gut gedeihen. Dennoch gehen manche Weinkenner davon aus, dass die Rebsorte ursprünglich aus der Toskana stammt. Das ist jedoch umstritten. Sicher ist, dass sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Mittelitalien verortet ist, wo sie heute neben der Weinrebe Sangiovese eine der bedeutendsten Rebsorten im Anbau ist.

Die Rotweine, die sortenrein aus der Rebsorte Montepulciano gekeltert werden, sind in der Regel von tiefdunkler Farbe, saftig und mit dezenter Säure – typisch italienische Tropfen eben. Das Aromenprofil ist würzig und kann Anspielungen an Beeren, Kirschen, Pflaumen oder Tabak enthalten. Aufgrund dieser Eigenschaften wird die Rebsorte Montepulciano häufig auch als Verschnittpartner eingesetzt, vor allem für Weine aus der Sangiovese-Rebe. Aber auch Cuvées mit Primitivo und Negroamaro ergeben feine Weine. Montepulciano-Weine schmecken sowohl jung, als auch gut gereift zu Gerichten der italienischen Küche wie Pizza, Pasta oder gegrilltem Fleisch.

Merlot

Der französische Merlot gilt als eine der beliebtesten Rotweinsorten weltweit. Seine Herkunft lässt sich in  Bordelais verorten, heutzutage ist diese Rebe besonders rund um das Weinanbaugebiet Bordeaux zu finden. Auch im gleichnamigen Wein findet er Verwendung, da er besonders gut mit anderen Sorten harmoniert.                           Auch der exklusivste Wein der Welt, der Château Pétrus, wird aus der Merlot-Traube gekeltert. Die Sorte wird hauptsächlich in Cuvées zusammen mit Cabernet Sauvignon verwendet, Übersee existieren aber auch sortenreine Merlot-Weine.

Einige der besten Merlots der Welt stammen aus Frankreich, dem Herkunftsland der Rebe. Besonders rund um Bordeaux wird die Sorte überwiegend angebaut.         Aber auch andere ausreichend warme Gebiete bringen gute Voraussetzungen für den Weinstock. So kommen auch aus Italien und Deutschland hervorragend         Merlot-Weine. Aber auch die Weinländer Chile und die USA haben einen Gefallen an dieser besonderen Traube gefunden. Hier werden diese sogar meistens zur Herstellung reiner Merlots verwendet, die in Europa eher selten zu finden sind.

Der samtig weiche Charakter des Merlot-Weins macht ihn perfekt für einen Cuvée. Er sorgt dabei für einen  harmonischen Geschmack des Rotweins, wofür er so geschätzt wird. Seine dunkelrote Farbe verspricht ein tolles Aroma von Pflaumen und Kirschen. Die weichen Tannine bringen außerdem Noten von Brombeeren und Heidelbeeren mit ein. Die geringe Säure macht den Merlot zu einem sanften, vollmundigen Wein, den viele zu schätzen wissen. Eine Reifung kann den Merlot-Wein   noch weicher machen, wobei die Fruchtaromen dann hinter einer Kräuternote verschwinden.

Seine Harmonie und frühe Zugänglichkeit machen diese Rebe somit zu einem richtigen Allrounder. Vor allem für Lamm und Rind ist ein Merlot-Wein der perfekte Partner.

Gamay

Gamay ist der „Sprinter“ unter den roten Rebsorten. Gamay treibt früh aus, trägt reichlich Trauben und wird früh geerntet. Auch zu Wein werden die Gamay-Trauben vergleichsweise schnell verarbeitet. Gemeinhin ist der  erste Wein des neuen Jahres einer aus dieser Sorte:  Gamay ist die ausschließliche Grundlage der roten Beaujolais-Weine und belegt daher auch fast die komplette Fläche des französischen Anbaugebiets Beaujolais.                                                                                  Außerhalb Frankreichs gibt es noch nennenswerte Anbaugebiete in der Westschweiz, USA und Kosovo

Gamay ist eine natürliche Kreuzung aus den Rebsorten Pinot und Gouais blanc/Heunisch. Ob die alte Rebsorte Gamay nach Frankreich eingeführt wurde oder von Anfang an dort ansässig war, ist historisch nicht gesichert. Sicher ist lediglich, dass sie seit dem 14. Jahrhundert in Burgund angebaut wird. Ihren Namen verdankt sie vermutlich dem gleichnamigen Ort an der Côte d’Or. Ende des 14. Jahrhunderts war die robuste und ertragreiche Gamay-Rebe so beliebt, dass sie die im Burgund ansässige edle, aber im Anbau schwierigere Sorte Pinot Noir zu verdrängen drohte. Der Anbau von Gamay wurde daher in Burgund verboten, weshalb sie sich zunehmend im angrenzenden Gebiet des Beaujolais verbreitete. In Frankreich wird die Rebsorte mit vollem Namen „Gamay Noir à Jus Blanc“ genannt, also „schwarzer Gamay mit weißem Saft“, was sich darauf bezieht, dass die Beerenhaut schwarz und das Fruchtfleisch nahezu weiß ist.

Aus den Beeren der Gamay-Traube erzeugen die Winzer fruchtige, leichte Weine mit meist kräftiger Säure und wenig Tanninen. Ihre Farbe ist in der Regel blasser als die anderer Rotweine. Manchmal weist das helle Rubinrot des Gamay lila-blaue Schimmer auf. Die meisten Gamay-Weine sollten jung und leicht gekühlt getrunken werden. Die Cru-Weine des Beaujolais lassen sich jedoch auch einige Jahre lagern. Die typischen Aromen erinnern an Himbeeren und Kirschen, manchmal auch an Bananen und Paprika.