Qualitätssystem Italiens

Seit August 2009 wurde das Qualitätssystem durch die EU-Weinmarktverordnung neu definiert. Neben den neuen Begriffen, dürfen jedoch die traditionellen Bezeichnungen weite genutzt werden, da für diese Bestandschutz gilt.

Was bedeutet...


DOC

Denominazione di Origine Controllata e Garantita

 

Kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung;

höchste Qualitätsstufe; bei DOCG-Weinen waren in der Vergangenheit Produktionsrichtlinien, Rebsorten und Anbaugebietsgrenzen am strengsten geregelt, z.B. war der Ertrag pro Hektar niedriger als bei der DOC; durch die EU-Weinmarktreform mit der DOC gleichgestellt.

Denominazione di Origine Controllata

 

Zweithöchste Qualitätskategorie - wurde im Zuge der Vereinheitlichung innerhalb der EU in DOP umgewandelt.


DOCG


DOP

Denominazione di Origine Protetta

 

Geschützte Ursprungsbezeichnung; eingeführt durch die europaweite Regelung ab 2009 als Bezeichnung für die italienischen Begriffe DOC und DOCG;

festgelegt sind Produktionsrichtlinien, Rebsorten und Anbaugebietsgrenzen.
igp — Indicazione gegrafica protetta − geschützte geografische Angabe; Nachfolger der IGT-Kategorie.


IGT / IGP

Indicazione Geografica Tipica / Protetta

 

Typische geografische Angabe; meist sehr großes Anbaugebiet, in dem die Produktionsrichtlinien weniger rigoros als bei DOC bzw. DOCG gefasst sind. Manche Erzeuger nutzen die IGT-Bezeichnung, um hier Weine zu verschneiden, die aus Sorten entstehen, die unter dem DOC / DOCG-Reglement (DOP) nicht gestattet sind, die aber qualitativ zur Spitze in Italien zählen. IGP ersetzt in Zukunft die Bezeichnung IGT


VDT

Vino Da Tavola

 

Tafelwein; Wein, der keine kleinere geografische Begrenzung besitzt und große Erntemengen erlaubt. Nach der neuen EU-Regelung dürfen nun auch die Rebsorte und der Jahrgang auf dem Etikett angegeben werden.


Sulfite

Schwefel im Wein?

Genau das sagt dieses ,Enthält Sulfite‘ aus.

Dieser Schwefel ist für den Wein unglaublich wichtig, solange wir klare Weine haben wollen, die auf der Flasche nicht mehr vor sich hinblubbern.

Der Schwefel stabilisiert den Wein; zum einen unterbindet er, dass er weiter gärt, zum anderen schützt er den Wein vor Oxidation.

Wein ohne Schwefel ist aktuell nicht wirklich denkbar. Aber ist der Schwefel denn gefährlich?

Wir denken nein, nicht in diesen Konzentrationen.

Viele andere Lebensmittel haben wesentlich höhere Schwefelkonzentrtionen als Wein. Wir haben allerdings auch noch auf keiner Banane "Enthält Sulfite" gelesen.


Tannin

Tannin - der wertvolle Inhaltsstoff im Wein

 

Der Gerbstoff, der Fachmann spricht vom Tannin, ist einer der wichtigsten Bestandteile des Weines. Bereits lange vor der Reife kommt er schon in der Traube vor, besonders in den Kämmen, also dem Traubenstielgerüst, den Kernen und den Beerenhäuten. Das Fruchtfleisch jedoch enthält praktisch kein Tannin. Die beste und feinste Qualität findet sich in den Beerenhäuten, das raue, harte Tannin sitzt in den Kämmen.

 

Weißweine beinhalten sozusagen keine Gerbstoffe, weil die Trauben sofort abgepresst werden, das Tannin hat somit keine Zeit aus den festen Bestandteilen, wie Haut und Kämmen, in den Most überzutreten. So beschränkt sich das vorkommen von Tannin auf die Rotweine. Maßgebend für den Tanninanteil sind jedoch die Traubensorten, sowie auch die Reife der Traube hat einen positiven Einfluß auf die Qualität der Tannine.


warum dekantieren...

Weine dekantieren bedeutet, diese vor Genuss von der Flasche in ein Dekantiergefäß umzufüllen, um die Luftaufnahme zu erhöhen. Insbesondere junge Weine gewinnen oft durch Zufuhr

von Sauerstoff. Der Wein entfaltet sich geschmacklich.

 

Diese schnelle "Entfaltung" wird in der Flasche durch das Tannin behindert. Tannin reagiert leichter mit Sauerstoff als die anderen Substanzen und bindet ihn -  was normalerweise durchaus erwünscht ist. Dadurch wird der Wein vor schnellem Verderb geschützt. Tanninreiche Weine "entfalten" sich langsamer.

Der Wein kann länger altern. Wird der wein jedoch früh getrungen, muss der "Entfaltung" des Weins nachgeholfen werden - durch Dekantieren.

 

Hierzu verwendet man Dekantierkaraffen, die einen möglichst großflächigen Kontakt der Luft zur Weinoberfläche gewährleisten. Das sind diese tellerminenförmigen Glaskaraffen die unten sehr breit sind und sich nach oben hin stark verjüngen.

In der Regel dekantiert man Wein zu diesem Zweck einige Stunden vor Genuss, bei manchen Weinen auch 24 Stunden vorher.
Obwohl in der Regel Rotweine von der Luftzufuhr profitieren, lohnt sich das auch bei Weißweinen, insbesondere bei hochwertigen, jungen Weißweinen. Bei reifen Weinen will man einen längeren Luftkontakt möglichst vermeiden. Weine, die ihren Höhepunkt längst überschritten haben, neigen dazu, bei Luftkontakt „wegzusterben“.


Trink-temperaturen

Volle Rotweine : 16-18°C
Leichte Rotweine: 14-16°C
Hochwertige Weißweine: 12-14°C
Volle, aromatische Weißweine: 10-12°C

Rose: 10-12°C
Leichte Weißweine: 8-10°C


Barrique

Als Barrique werden Eichenholzfässer mit einem Fassungsvermögen von ca. 225 Liter (max. 350 Liter) bezeichnet, die nicht wie ein traditionelles Holzfass "weingrün", also geschmacksneutral gemacht werden. Stattdessen röstet ("toasted") man die Fässer von innen, ein Vorgang, der zu einer Art Karamelisierung der stärkehaltigen Holzbestandteile (Zellulose) führt.

 

Andere organische Substanzen im Holz wandeln unter Hitzeeinwirkung ihre chemische Struktur. Es entstehen Aldehyde, die das spätere Aromenbild der Weine beeinflussen. Je nach Stärke der Toastung treten Aromen wie Vanille, Karamell, Kokos, Kaffee oder Tabaknoten unterschiedlich stark auf.

Diese Geruchseindrücke sollen, gepaart mit typischen Holzaromen, an den Wein abgegeben werden und diesen noch facettenreicher gestalten. Da die Tannine und Aldehyde nur in einer bestimmten Menge im Eichenholz vorhanden sind und mit jedem neuen Wein aus dem Holz ausgewaschen werden, kann ein Barriquefass höchstens drei Mal mit Wein befüllt werden, wenn seine geschmackliche Besonderheit eine Rolle spielen soll. Bei weiterer Verwendung sinkt die Konzentration oft unter die Wahrnehmungsschwelle.

 

Da die Anschaffungskosten für ein solches Eichenholzfass bei bis zu 600 € liegen, wird schnell klar, warum Barriqueweine immer in der gehobenen Preiskategorie zu finden sind.

Außerdem braucht es für den Barrique-Ausbau Weine ausgesprochen hoher Qualität. Ziel des Barrique-Ausbaus ist immer, einen Wein mit erlesenen Aromen und kräftigem Alkohol noch größer und vielschichtiger zu machen. Dabei ist außerdem zu beachten, dass ein BarriqueFass im Vergleich zu seinem Inhalt natürlich eine deutlich größere atmungsaktive Oberfläche hat als etwa ein Fuder (1000 Liter) oder Stückfass (1200 Liter). Dadurch wird die Reife der Weine beschleunigt.

 

Überraschend ist dabei, dass die Kraft des Barriquearomas nicht proportional zur Lagerdauer zunimmt. Weine, die nur drei oder vier Monate gelagert wurden, schmecken härter und unharmonischer als Weine, die ein bis zwei Jahre gelagert wurden. Das hat darin seinen Grund, dass bei längerer Lagerdauer die Tannine aus dem Holz harmonisch in das Aromengefüge des Weines eingebettet werden. Die Reife des Weines durch den Sauerstoff tut ihr übriges.