Bruna Grimaldi

Der Landwirtschaftsbetrieb Bruna Grimaldi entstand über die Jahre hinweg dank der Hingabe für die großen Weinsorten und einer sorgfältigen Auswahl der besten Landstriche für den Anbau des Barolo. Giovanni Grimaldi ging in den 60er Jahren zur Weinkelterung und zum Verkauf von offenem Wein über und in den 90er Jahren errichteten die gegenwärtigen Eigentümer Bruna Grimaldi und Franco Fiorino den heutigen Weinkeller.

 

Es ist ein Familienunternehmen, in dem das Wissen weitergegeben und verbessert wurde, in dessen Mitte seit jeher die Weinberge und ein aufmerksames und rücksichtsvolles Arbeiten mit der Rebe und ihren Lebenszyklen stehen. Regelmäßige Erneuerungen haben zur Neupflanzung von Rebstöcken von durchschnittlich 25 Jahren geführt. Die Philosophie von Bruna Grimaldi und Franco Fiorino unter der Mithilfe des erfahrenen Argonomen Giampiero Romano ist einfach und grundlegend. Die Qualität des Weins ergibt sich aus der Rebe, besonders während des Rebschnitts. Nur so kann über eine haargenaue Analyse des Produkts ein gesunder Wein abgefüllt werden, der dieses Gebiet mit seinem Namen vertritt.

 

Seit 1999, dem Jahr der ersten Ernte von Barolo Badarina unter der Leitung von Bruna Grimaldi, wurde der Einsatz der Technologie reduziert und die Weine ausschließlich in großen Holzfässern und Tonneaux gereift. Weine werden spontan in Edelstahl vergoren und gehen dann in die Holzfässer, weil sie glauben, dass dies die Qualität des Weines vervollständigt und besonders im Falle von Barolo, Barbera und Nebbiolo d’Alba verbessert.

 

Das Weingut produziert aus zehn Hektar etwa 50.000 Flaschen, die alle höchster Qualität entsprechen.

 

Barolo Wissen

Die Region wird von den Alpen und dem nördlich Apennin schützend umgeben und lässt sich ganz treffend mit „am Fuße der Berge“ übersetzen. Das Piemont liegt somit im äußersten Nordwesten Italiens, grenzt an die Schweiz und Frankreich und ist Nachbar von Ligurien, der Lombardei, der Emilia Romagna und dem Aostatal. Wenn es um den besten Wein Italiens geht, dann befindet sich der große Konkurrent Toskana quasi in  Sichtweite.

An Tradition und Weinbaugeschichte nehmen sich Italiens Anbaugebiete nicht viel. Doch im Piemont waren es vor den Römern schon die ligurisch-keltischen Tauriner, die sich um die Weinfreunde der Antike bemühten.

Doch braucht das Piemont keinen Pinot Noir um gute Weine zu machen, das Piemont hat seinen Barbera und vor allem seinen Nebbiolo. Aus Nebbiolo entstehen mit dem Barolo und dem Barbaresco die Ikonen des Weinbaugebiets. Das Streben nach Qualität ist für die Weinbranche im Piemont oberstes Gebot. So sind für die Region zwar 42 DOC- und darüber hinaus 16 DOCG-Bereiche festgelegt, aber es gibt keine IGT-Qualität.

Vier Unterbereiche gliedern die große Weinregion: „Piemonte L’Astigiano“, „Piemonte Le Langhe“, „Piemonte Il Monferrato“ und „Piemonte Il Nord“. Das namhafteste Gebiet in diesem Quartett ist sicherlich „Le Langhe“ rund um die Stadt Alba gelegen. Aus der Hügellandschaft im Osten Piemonts stammen die berühmten, extrem alterungsfähigen Barolo und Barbaresco. Weine mit intensiver Nase und wunderbarer Farbe, die Struktur und saftiges Aromenspiel mitbringen.

Der Barolo, der zu den international bekanntesten Weinen Italiens zählt. Ein Barolo besteht zu 100 Prozent aus der Rebsorte Nebbiolo, die ihren Namen vom Nebel, italienisch „Nebia“, bezieht. Damit ist aber weniger der Nebel gemeint, der sich bei der spät reifende Traube bereits in der Erntezeit über den Weinbergen zeigt. Vielmehr ist damit ein weiß schimmernder Belag auf den Beeren beschrieben, der sich mit zunehmender Reife ausbildet. Ein Barolo zeichnet sich durch eine recht lange Maischezeit aus, die bis zu 30 Tage zählen kann. Dies erklärt sein Farbenspiel, vor allem aber die intensive Aromatik, die sozusagen alles aus den Trauben mitgenommen hat, was es zu holen gab.

Bei der traditionellen Herstellung spielen zudem noch die Stiele eine Rolle, die nur grob von den Trauben getrennt werden und teilweise mit in die Maische wandern. Der Anteil der Gerbstoffe erhöht sich dadurch spürbar, was junge Barolos meist recht ruppig und unwirsch erscheinen lässt, gleichzeitig aber einer langen Reife auf Fass und Flasche entgegenkommt. Ein guter Barolo braucht seine Zeit. So ist gemäß DOCG-Statut bereits eine Reife von 38 Monaten vorgeschrieben, davon mindestens 18 Monate im Holzfass. Für einen Riserva gelten sogar 62 Monate Reifezeit.

 

Es darf also nicht verwundern, wenn die Barolos von Bruna Grimaldi,  den ich allen Weinfreunden ans rote Herz legen möchte, zählt. Wer Geduld hat, kann sich eine Flasche kaufen und noch zwei, drei Jahre mit der Vorfreude begnügen. Wer diesen Wein besser verstehen will, kauft sich zwei Falschen, trinkt eine jetzt und die andere in drei Jahren.

Etwas großzügig wird der Barbaresco oft als der kleine Bruder des Barolo abgetan. Richtig ist, auch die Weine dieser „Denominazione di Origine Controllata e Garantita“ werden zu 100 Prozent aus der Rebsorte Nebbiolo gekeltert. Und die gleichlautende Ortschaft Barbaresco liegt auch nur knappe 20 Kilometer vom ebenfalls namensgebenden Barolo entfernt. Allerdings liegt dieses Weingebiet etwas tiefer, was ein wärmeres Klima bedeutet, so dass der Nebbiolo in Barbaresco eher gelesen wird als in Barolo.